ETF Lausanne 2025 – Männerriege
Guten Mutes bestiegen 13 Männer Riegler den Zug um 7.48 Uhr Richtung Lausanne.
Aber bereits Richtung Zürich kam die erste organisatorische Aufregung, auf welchem Geleise steht nun unser Zug mit den reservierten Plätzen. Gleis 32, wie Jürg es von den SBB bestätigt hat oder Gleis 12, auf dem aktuellen SBB-Fahrplan. Wir entschliessen uns auf Gleis 12 zu laufen, wie auch andere Vereine diese Richtung nehmen. Glück gehabt.
Angekommen «änet» am Röstigraben in Lausanne, nehmen wir den Bus Richtung unserem Fit & Fun Sportanlage Vidy. Aber auch hier, wir laufen Umwege wegen Orts Unkenntnissen trotz modernster Technik. Die Orientierung war wegen fehlender Anschriften sei es bei den Bussen und Festplätzen nicht einfach. Unterwegs treffen wir die Männerriege Wil, wo doch einer der Urwilemer nichts Besseres weiss, als uns anzupfeifen, «wir Hüntwanger sind die Spatzen», die Frösche die Wilemer. Ein Quaken meinerseits über den Bäl muss sein. Schlussendlich sind wir angekommen und nehmen eine Essen- und Getränkestärkung auf dem Festplatz zu uns.
Für das Einlaufen nehmen wir uns Zeit und können jeweils alle Wettkampfteile nochmals durchüben. Unsere 6 Fit & Fun Disziplinen können wir auf einer Sportanlage absolvieren, einfach nur perfekt.
Einige Disziplinen laufen sehr gut, bei einigen gäbe es noch Luft nach oben.
- FF1 Fussball-Stafetten Stab/Brett-Ball, Noten 8.370
- FF2 Unihockey im Team/8-er Ball 8.720
- FF3 Street Racket/Moosgummi-Gymnastikstab 8.320.
Schlussendlich erreichten wir in der Kategorie Senioren 3-teilig in der Division 2 eine Gesamt-Note von 25.41, was uns in der Rangliste den 31 von 50 Vereinen einbrachte.
Unser Turnverein turnte bereits am Donnerstag, so hatten wir doch noch einige Zaungäste, die uns anfeuerten. Wie unser Ehrenmitglied im TV Anne Rutschmann und ihr Partner Urs. Nach dem Wettkampf genehmigten wir uns ein kühles Bier und brachten das Vereinsfoto für unsere Nachwelt zum Besten.
Anschliessend nahmen einige von uns im nahen See eine Abkühlung. Langsam kam der Hunger und so verschoben wir uns zurück auf die Seepromenade, wo wir bei den Verpflegungsständen ruhig und unter uns den Abend ausklingen liessen. Und dann tauchte unser Vereins-Mitglied Markus Heule, wie aus dem nichts auf. Markus reiste einen Tag vor seinem Kampfrichter Einsatz nach Lausanne, damit er zeitig am Samstag früh im Einsatz stehen kann.
Mit dem Bus nahmen wir um 21.00 Uhr den Weg Richtung Starling Hotel, das ausserhalb von Lausanne lag. Oh Schreck, der Bus fuhr uns am Hotel vorbei, Richtung Lausanne zurück. So stiegen wir wieder in einen anderen Bus um, der die Farbe Grün mit Nr. 701 hatte, und siehe da, der zweite Anlauf klappte und wir mussten nur noch ca. 450 m zum Hotel laufen.
Endlich konnten wir unsere Zimmer beziehen, Duschen und uns einen Schlummi draussen vor dem Hotel genehmigen.
Am Samstagmorgen nach dem Morgenessen starteten wir zu unserem Tagesausflug der Pat Bourne zusammengestellte hatte. Der Zug führte uns entlang des Genfersee zu unserem Startpunkt nach Vevey. Das war unser Einstieg in die terrassierten Weinberge Richtung Lutry.
Es war schon eindrücklich diese Weinhänge live mal so zu sehen. Endlos so weit das Auge sah und da kam schon mal der Gedanke auf, wer trinkt all diesen produzierten Wein.
Von den fünf Weinbaugebieten des Waadtlandes ist Lavaux das spektakulärste und ein UNESCO-Welterbe und von hier kommen auch einige der besten Weine der Schweiz.
Nach knapp einer Stunde Wanderung bei Postkartenwetter, die Sonne war unser heisser Begleiter, fanden wir zufälligerweise und zur rechten Zeit ein Ort zur ersten Degustation in Char Donne. Das Anwesen gehörte noch zur Gemeinde Saint-Saphorin mit dem Namen « Domaine du Burignon». Hier im Schlössli könnte man auch übernachten. Mehrere Anblicke dort waren eine Augenweide wert.
Das schön herausgeputzte Schlössli, eingebettet in die Rebberge mit einer tollen Aussicht auf den Genfersee, die beiden Chasselas Weine, die uns die Wirtin in Deutsch empfahl, waren Mundig, nicht nur über den Wein wurde gesprochen, auch die Wirtin war ein Blick wert, Heinz hätte seine helle Freude gehabt und schlussendlich die Wein Etiketten mit dem Schlössli als Hintergrund und dann gab es eine moderne Version des Weines inkl. moderner Etikette.
Der nächste Halt war in St. Saphorin einem schönen Weindorf direkt am See. Einzig die Nähe des Sees sowie die schönen Gassen wird uns den Aufenthalt in Erinnerung behalten. Kulinarisch sowie Preis Leistung und auch Bedienung stimmt hier im Café du Raisin gar nicht. Wir waren froh, dass wir zahlen konnten.
Weiter ging es zum gebuchten Weindegustation Domane Bovy in Chexbres um 16.00 Uhr.
Hier erklärte uns der Besitzer seine 11 Hektaren grosse Weinanlage und konnten in seinem Weinkeller aus den Holzweinfässern, die teils schon seit 1986 dort standen, direkt degustieren. Nicht nur die Weine waren erfrischend auch der Weinkeller mit seiner angenehmen Raumtemperatur.
Es zogen dunkle Wolken von Lausanne her den See hinauf. Terminmässig war es perfekt. So blieben wir bis der Zug kam trocken und wir reisten zurück nach Lausanne, wo uns ein Starkregen empfing.
Hier teilte sich unsere Gruppe nicht planmässig auf. Während die erste Gruppe ohne Umweg direkt das Starling Hotel erreichte und sich dort einen Apéro genehmigte, irrten die restlichen 7 Männer Riegler ohne Plan planlos umher und suchten verzweifelt den Grünen Bus mit der Nr. 701.
Wir waren nicht die einzigen, die mit dem schlecht organisiertes Busfahrplan so ihre Probleme hatten.
Als wir endlich den Grünen Bus 701 bestiegen, das nach vielen Umwegen stieg der Busfahrer aus und rauchte genüsslich eine Runde und wir verpassten so den Apero der ersten Gruppe. Prost!
Bis wir geduscht hatten, war die erste Gruppe bereist wieder im Apéro, diesmal in Lausanne City. So genossen wir, wenn auch ein wenig verspätet ein Fleischiges Menü für alle, fast für alle, einer hatte seinen Sonderwunsch, der auch noch erfüllt wurde.
Ein Verdauungsmarsch begleitet mit lauter, moderner Musik auf den Strassen von Lausanne Richtung Bahnhof umgeben mit viel Partyvolk, kamen wir am Bahnhof an. Die Metro führte uns hinunter an die Seepromenade, wo wir wieder unter uns Turner/innen waren. Oben das Partyvolk, unten am See das Turnfest! Hier tauchten wir noch kurz in das Festgetümel ein und genehmigten uns auf dem Fit & Fun Festplatz ein kühles Bier. Von hier fuhr uns ein Uber Taxi sicher und ohne Umweg zurück ins Hotel.
Am Sonntagmorgen 8.30 Uhr fanden sich alle zum Morgenessen ein.
Jetzt nur noch Zusammenpacken, den Zug Richtung Renens nehmen und so erreichten wir via Neuenburg, Biel, Olten Zürich mit einem Extrazug nach Zürich den Weg zurück ins Rafzerfeld bereits um 13.42 Uhr.
Am Abend 18.30 trafen wir uns zum obligaten Festumzug bei Enderli’ s im Ausserdorf.
Mit der Musikverein Wil / Musikgesellschaft Rafz, zwei Trachtenfrauen aus Rafz und diversen Vereines-Delegationen und Turnfreunde marschierten wir bis zum Restaurant Schmitte, wo die Reden des Gemeindevertreters Peter Merkt und vom TV Präsidenten Tim Baur den wohlverdienten Apéro gespendet durch die Gemeinde noch hinauszögerten. Aber das gehört nun mal dazu und muss so sein.
Mit dem Absenden fand das ETF 2025 seinen gebührenden Abschluss.
Rückblickend war ein Wermutstropfen für mich, dass wir nur «unter uns gewesen sind» das heisst, wir sahen nur die Fit & Fun Disziplinen am Eidg. Turnfest, sonst hätten wir uns woanders hin begehen müssen.
Das ganze ETF war in Lausanne aus Ressourcen Gründen sehr dezentralisiert, nicht so wie am letzten ETF in Aarau als wir die Allmend als grosse Wiese und Wettkampfplatz inkl. den Festhütten vorfanden.
Nebenbei, auch unser gemeldeter Kampfrichter für Fit & Fun Felix Ott erhielt keine Aufforderung, auch das gibt es! So stellten wir keinen Kampfrichter am ETF. Aber danke für deine Bereitschaft Felix.
Der Schreiberling Peter Merkt