Ski-Weekend des TV 2026
Am letzten Januar-Wochenende 2026, tauschte der Turnverein Hüntwangen Reckstangen gegen Skistöcke und trat das geplante Skiweekend in der Lenzerheide an. Die Vorfreude war gross und die sportlichen Ambitionen wurden wie jedes Jahr irgendwo zwischen Après-Ski und Frühstücksbuffet eingeordnet.
Am Freitagmorgen sammelte Äxel die hochmotivierten Wintersportler in Rafz, Hüntwangen und Bülach ein. Guten Mutes chauffierte er die Truppe in Richtung der Berge, während im Büssli langsam Leben einkehrte. Der obligate Zwischenhalt bei der Raststätte Heidiland diente weniger der Fahrer-Erholung, als vielmehr der kulinarischen Selbstsabotage: Ganz im Sinne sportlicher Höchstleistungen, wurde Tankstellenwein eingekauft, ergänzt durch einige Riegel, deren Geschmack irgendwo zwischen „abgelaufen“ und „chemisches Experiment“ einzuordnen waren.
Zurück im Bus kämpften wir nicht nur gegen überfüllte Plastik-Weingläser, sondern auch gegen massive DJ-Probleme. Nachdem technische Schwierigkeiten und musikalische Differenzen überwunden waren, einigte man sich schliesslich auf eine Playlist, die man wohlwollend als „gewöhnungsbedürftig“ bezeichnen könnte.
In der Lenzerheide angekommen und inzwischen musikalisch leicht traumatisiert, konnten wir erfreulicherweise direkt unsere Zimmer beziehen. Ein Upgrade zum letztjährigen Hotel war unverkennbar. Kaum war das Gepäck verstaut und einen Schnupf genommen, standen wir bereits auf den Pisten und genossen die ersten Schwünge des Tages.
Als die Sonne langsam hinter den Berggipfeln verschwand, wurde ein nahegelegenes Après-Ski Lokal aufgesucht. Dieses erwies sich jedoch als relativ langweilig, weshalb wir schon bald den Znacht ansteuerten.
In dem 4-Stern Restaurant erwartete uns ein heimeliges Ambiente, jedoch mit einem eindeutig zu kleinem Tisch. So rückten wir zu einem charmanten, unfreiwilligem Teambuilding zusammen.
Kaum standen die ersten Gläser auf dem Tisch, wurden die Stimmbänder aufgewärmt. Unsere Gesangseinlage sorgte zunächst für wohlwollendes Schmunzeln bei den Nachbartischen, doch nach etwa der fünften Zugabe entschieden sich einige Gäste mehr oder weniger diskret, für die Flucht. Unsere Gesangskünste hinterliessen wie immer Eindruck.
Nachdem sich einige von uns beim Service-Personal entschuldigt haben und die Rechnung beglichen war, verabschiedeten sich die meisten relativ früh ins Bett.
Als wir am nächsten Morgen vom Hotel-Rezeptionisten gefragt wurden, ob auf unserem Stock immer noch einer im Gang liege, spätestens da wussten wir, dass doch nicht ganz alle so zeitgleich den Weg ins Bett gefunden hatten. Nichtsdestotrotz schafften es irgendwann alle ans Zmorgenbuffet und stärkten sich für Tag zwei.
Der Plan: Rüber nach Arosa und irgendwann eis go näh in der KuhBar. Trotz miserabler Wetterprognose zeigte sich der Himmel von seiner besten Seite. Strahlend blau, beste Sicht, perfekte Bedingungen. Selbst diejenigen, die erst zum dritten Mal auf dem Snowboard standen, kämpften sich tapfer über die Pisten.
Am späteren Nahmittag, zurück auf Lenzerheider Seite, wartete endlich der Après-Ski, den wir uns vorgestellt hatten. Die letzten goldenen Sonnenstrahlen beleuchteten die tanzende Menge. Nachdem alle mit Schnupf und Getränken ausgestattet waren, wurde das Tanzbein bis in den Abend hinein geschwunden. Die Gondelbahn verhalf uns später dann schließlich talwärts.
Da sich jedoch massivst in der Zeit verschätzt wurde, musste das Abendessen um eine Stunde nach hinten verschoben werden. Unserem grandiosen Kellner Florian, wie sich später herausstellen sollte, kam das wohl sehr gelegen.
Im Restaurant angekommen, diesmal mit ausreichend Platz für alle, dauerte es nicht lange, bis die umliegenden Gäste mit unseren lieblichen Klängen beglückt wurden. „Baila Baila Baila Bailaa…“.
Das Buffet wurde genüsslich geplündert. Der Futterneid der dabei entstand, erinnerte zeitweise stark an eine Dokumentation von National Geographic. Wein wurde mit Pfeffer abgeschmeckt und mit Spareribs sabotiert. Ein gewisser Teilnehmer hatte zudem Mühe, seinen Kaffee bei sich zu behalten und teilte ihn grosszügig mit seiner vis-à-vis sitzenden Tischnachbarin (Name der Redaktion bekannt).
Zu Florians Glück waren irgendwann alle Teller leer und das Restaurant wurde verlassen. Zu seinem Pech arbeitete er anschliessend in der anliegenden Bar, welche wir uns selbstverständlich nicht entgehen liessen, ohne mindestens eis, zwei oder drei genommen zu haben. Irgendwann fanden dann schliesslich in den frühen Morgen Stunden auch die letzten, abgekämpften Gestalten ihren Weg zurück ins Hotel.
Am dritten Tag sassen die meisten etwas verknittert am Frühstücksbuffet. Während zwei Teilnehmer ein Büro über die korrekte Kochdauer von Eiern aufmachten, amüsierten sich die anderen über deren Fachgespräche.
Da das Wetter an diesem Sonntag tatsächlich so schlecht war wie angekündigt, wurde schon bald das Büssli wieder beladen und die Heimreise angetreten.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Organisatoren, die mit viel Engagement, Geduld und Humor das Skiweekend 2026 in der Lenzi zu einem unvergesslichen Erlebnis für die gesamte Truppe gemacht haben.
Für den Turnverein, Rebecca